Prostatabiopsie

Allgemeines

Die Prostatabiopsie ist ein standardisiertes, sicheres Verfahren zum Nachweis oder Ausschluss von Prostatakrebs. Sollte zum Beispiel im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ein auffälliger Tastbefund der Prostata, erhöhte Blutwerte des prostataspezifischen Antigens (PSA) oder eine verdächtige Veränderung in einer Ultraschalluntersuchung den Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakrebses ergeben, wird in den meisten Fällen eine Gewebeprobeentnahme empfohlen. In einem entsprechenden Beratungsgespräch werden Sie dann über die Durchführung und mögliche Risiken der Prostatabiopsie aufgeklärt.

Vorbereitung

Die Prostatabiopsie wird in den meisten Fällen ambulant vorgenommen. Zur Minimierung des Infektionsrisikos wird stets eine vorbeugende Antibiotikaprophylaxe durchgeführt, welche am Abend vor der Untersuchung beginnt. Blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Aspirin, Marcoumar) sind rechtzeitig vor dem Eingriff abzusetzen. Über allfällige Gerinnungsstörungen oder die Notwendigkeit für eine sogenannte Endokarditisprophylaxe („grüner“ oder „roter“ Ausweis bei Herzklappenfehlern oder künstlichen Herzklappen) sollten Sie Ihren Urologen rechtzeitig vor der Untersuchung informieren, damit bei Bedarf ergänzende Vorsichtsmassnahmen getroffen werden können. Eine Narkose ist für die Prostatabiopsie fast nie erforderlich, jedoch wird mit einer lokalen Betäubungsspritze die Region der Gewebeentnahme unempfindlich gemacht. Der Eingriff ist in der Regel schmerzlos.

Durchführung

Zur zielsicheren Ortung wird eine Ultraschallsonde in den Enddarm eingeführt, mit der die relevanten Regionen der Prostata genau eingestellt und anschliessend systematisch mit einer Hohlnadel punktiert werden können. Daher rührt die Fachbezeichnung „TRUS-Biopsie“ für diese Untersuchung: transrektale (= durch den Enddarm) Ultraschall-gesteuerte Biopsie.

Prostatabiopsie_2 Prostatabiopsie

Mehrere, Millimeter-dünne Gewebezylinder werden ausgestanzt und anschliessend vom Pathologen mikroskopisch untersucht, was in der Regel 5-7 Tage in Anspruch nimmt.
Sofern die erste Prostatabiopsie keinen Krebsnachweis erbracht hat, wird gemäss den Richtlinien der urologischen Fachgesellschaften im Abstand von ca. 6-8 Wochen eine zweite Biopsie empfohlen. Erst nach zwei negativen Biopsien ist das Vorliegen eines Prostatakrebses unwahrscheinlich. Im Individualfall kann der Verdacht auf Prostatakrebs jedoch weiter bestehen, so dass selten sogar einmal eine dritte Biopsie notwendig wird.

Folgen und Risiken

Am Tag der Untersuchung sollten Sie sich körperlich schonen. Eine Arbeitsunfähigkeit besteht in der Regel nur am Untersuchungstag. Bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten muss allenfalls ein paar Tage länger pausiert werden.
Nach der Gewebeentnahme treten häufiger Blutauflagerungen im Stuhl und Beimengung von Blut im Urin auf, die über Tage und Wochen anhalten können. Gleichzeitig sind rötlich-bräunliche Verfärbungen im Samenerguss möglich. Es handelt sich dabei um vorübergehende und harmlose Veränderungen.
Eine Verschleppung von Bakterien in den Blutkreislauf ist während der Gewebeentnahme möglich und kann selten zu Fieber, Schüttelfrost oder Dammschmerzen führen. Bei Auftreten dieser Symptome, sollten Sie Ihren Urologen oder Hausarzt sofort kontaktieren, da unter Umständen eine stationäre Antibiotikatherapie notwendig ist. Gelegentlich tritt eine Harnverhaltung auf, welche die zeitweise Einlage eines Blasenkatheters erfordert.